Baureihe 517

 

Eine kleine Besonderheit im Fahrzeugbestand der Deutschen Bundesbahn waren die Speichertriebwagen der Baureihe 517. Es handelte sich um Fahrzeuge mit elektrischen Fahrmotoren, die aus den im Fahrzeug mitgeführten Akkumulatoren mit Strom versorgt wurden. 1952 beschaffte die Deutsche Bundesbahn die beiden Vorserienfahrzeuge ETA 176 001 und 002. Äußerlich unterscheidet sich die Vorserie durch die andere Türanordnung und durch die Thyphone. Bei Auslieferung hatten die Vorserienfahrzeuge ein gesicktes Dach erhalten. Die Sicken wurden jedoch später bei Revisionen entfernt. Von der Baureihe ETA 176 wurden nur 8 Fahrzeuge und 6 Steuerwagen gebaut. Um für jeden Triebwagen einen Steuerwagen zu haben, bestellte man 1958 noch einmal 2 Steuerwagen nach. Anschließend entschied sich die DB für den günstigeren ETA 150 (Baureihe 515). Die letzten 515er blieben noch bis 1995 im Dienst. Damit waren die Akkutriebwagen bei der DB Geschichte.

 

517 002-2 war immer ein Sonderling unter den Limburger Zigarren. Schon bei der Auslieferung besaß er ein Feinstufenschaltwerk mit 339 Schaltstufen und von 1963 bis 1970 eine der ersten Thyristor - Steuerungen. Diese Stromrichersteuerung ersetzte das Stufenschaltwerk und die Anfahrwiderstände. Sie ermöglichte eine stufenlose Zugkraftregelung. Die beiden Fahrmotoren wurden parallel geschaltet, um die Verluste in Grenzen zu halten. So konnte beim Bremsen frei werdende Energie zurückgewonnen und wieder in die Batterie eingespeist werden ( Nutzbremse ).  Während des Versuchsbetriebes blieb die herkömmliche Steuerung im Fahrzeug erhalten, um bei Ausfall der Versuchssteuerung auf sie umschalten zu können. Nach Abschluss des Versuchs wurde die Thyristorsteuerung wieder ausgebaut, die mit ihr gemachten Erfahrungen flossen mit in die elektrischen Triebzüge der Baureihen 403, 404 und in die S-Bahn Triebwagen der Baureihe 420 / 421 ein. 

 

 

Lieferdaten der Baureihe 517 ( bis als 1968 ETA 176 bezeichnet ):

Fahrzeugnummer:

Abnahme:

Hersteller:

Fabriknummer:

Anschaffungspreis:

Heimatbetriebswerk:

Ausmusterung:

Verbleib:

517 001-4

09.04.1952

Wegemann Kassel

918

405319,00 DM

Limburg (Lahn)

26.08.1982

DB Museum

517 002-2

12.05.1952

Wegemann Kassel

919

398123,00 DM

Limburg (Lahn)

28.07.1983

verschrottet

517 003-0

18.11.1953

Wegemann Kassel

988

388889,00 DM

Limburg (Lahn)

26.05.1983

verschrottet

517 004-8

18.01.1954

Wegemann Kassel

989

248165,00 DM

Kassel / Limburg (L)

01.12.1982

verschrottet

517 005-5

14.02.1954

Wegemann Kassel

990

388889,00 DM

Kassel / Limburg (L)

01.12.1982

verschrottet

517 006-3

12.05.1954

Maschinenbau Donauwörth

205

236925,00 DM

Hameln / Limburg (L)

01.12.1982

verschrottet

517 007-1

17.05.1954

Maschinenbau Donauwörth

206

376535,00 DM

Hameln / Limburg (L)

28.01.1982

verschrottet

517 008-9

21.06.1954

Maschinenbau Donauwörth

207

376535,00 DM

Kassel / Limburg (L)

26.01.1984

verschrottet

 

 

 

 

 

 

 

 

817 601-8

18.05.1954

WMD

208

 

Hameln /Limburg (L)

31.08.1983

verschrottet

817 602-6

10.05.1955

Esslingen

23768

 

Limburg (Lahn)

29.09.1982

verschrottet

817 603-4

08.05.1955

Esslingen

23769

 

Limburg (Lahn)

26.01.1984

verschrottet

817 604-2

10.05.1955

Esslingen

23770

 

Limburg (Lahn)

29.09.1982

verschrottet

817 605-9

08.05.1955

Esslingen

23771

 

Kassel / Limburg (L)

29.09.1982

verschrottet

817 606-7

20.05.1955

Esslingen

23772

 

Hameln /Limburg (L)

26.05.1983

verschrottet

817 607-5

14.07.1958

WMD

210

 

Limburg (Lahn)

26.08.1982

verschrottet

817 608-3

22.07.1958

WMD

211

 

Kassel / Limburg (L)

26.05.1983

verschrottet

 

Die schon z-gestellten Zigarren wurden an der Limburger Drehscheibe fotogen abgestellt.

 

In Goldhausen begegnen sich am 6. November 1981 zwei Steuerwagen.

 

1983 wurde 517 001-4, nach seiner Ausmusterung, im AW Limburg optisch in seinen Auslieferungszustand von 1952 zurück versetzt. Die Sicken auf dem Dach hat man wohl aus Kostengründen nicht mehr angebracht. Seine 18 t schweren Batterien hat man jedoch durch Betongewichte ersetzt. ETA 176 001 gehört heute zum Bestand des DB Museums und ist als einzigste Zigarre der Nachwelt erhalten geblieben.

517 008-9 an der Wiesbadener Ladeanlage. Diese Zigarre wurde als letztes Fahrzeug dieser Baureihe ausgemustert. Für die Abschiedsfahrt der Limburger Zigarre wurden sogar noch mal die Akkus getauscht.

 

Modellbahner mussten lange warten, um eine Limburger Zigarre einsetzten zu können. 1986 produzierte die Firma Lemaco eine Kleinserie aus Messing. Diese wurde in Handarbeit gefertigt und war auf 400 Modelle limitiert. Sogar die Gepäckablagen wurden aus geätzten Blechen nachgebildet. Entsprechend hoch war auch der Preis. Zum Vorbild für das Modell hatte Lemaco den Museums ETA 176 001 ausgewählt. Ab und an findet sich noch ein Lemaco Modell bei einem großen Internet Auktionshaus.

Leider gibt es von Lemaco keine Ersatzteile für das gute Stück. Mit den kleinen Spurkränzen hat das Modell auch mit Bogenweichen so seine Probleme.

 

Im Dezember 2005 erschien dann von Naumburg  & Partner Eisenbahnmodellbau die Limburger Zigarre als Neukonstruktion, zeitgemäß mit Digitalschnittstelle.

Besonders originell ist die Lieferung der Zigarre in der Zigarrenkiste. Das Modell ist original getreu nachgebildet und gibt sein Vorbild 517 002-2 gut wieder.

 

Hier noch seine Seitenansicht des Modells. Der passende Steuerwagen soll im März 2006 ausgeliefert werden.

 

Die Firma Noch / Kato hat für Mitte 2006 ein Modell der Serientriebwagen angekündigt. Bei den Serienfahrzeugen befindet sich die Doppeltür auf der 2. Klasse - Seite.

 

Dank der Mithilfe von zwei Bekannten, konnten für Vergleichsbilder Modelle aller  3 Zigarren- Hersteller zum Fototermin bestellt werden. Von links nach recht, Kato/Noch 517 008-9, 817 603-4, 517 002-2 von Naumburg & Partner und ganz rechts der Lemaco ETA 176 001.

 

Von oben nach unten Lemaco, Naumburg & Partner, Kato/Noch