Umbau der Fleischmann 218 410-9 aus dem Regional Express - Startset

 

Bei der Deutschen Bahn wurden seit 1997 viele Loks der Baureihe 218 mit Neubaumotoren modernisiert.  Verwendet wurden dazu in größeren Stückzahlen die MTU Motoren  MA 12 V 956 TB 11, 16 V 4000 R 40 und der MTU 16 V 4000 R 41. Um für spätere Neubauloks weitere Motoren testen zu können, erhielt die Lübecker 218 112 einen Caterpillar Motor  vom Typ 3516 B DI - DA . 218 329, 330 und 339 erhielten den moderneren Caterpillar Motor Caterpillar 3516B HD Weitere Infos und technische Daten zu den Motoren sind hier zu finden: http://web1.berlin089.server4free.de/v160/index.html

 

Mit Ausnahme des Caterpillar Motors  3516 B DI - DA haben alle 218er, die mit den 16 Zylinder Motoren ausgerüstet sind, eine andere Lage der Abgashutzen. Eine 218 mit versetzt angeordneten Abgashutzen bringt etwas Abwechslung und ist auch für die Modellbahn sehr interessant. Da von Fleischmann jedoch alle 218 Modelle mit parallel angeordneten Abgashutzen angeboten werden, sind hier einige Basteleien nötig. Da der ESU Sounddecoder eine 8polige Schnittstelle hat, die Fleischmann Lok jedoch nur eine 6polige Schnittstelle besitzt, wird in die Lok eine 8polige Schnittstelle nachgerüstet.

 

Es soll also eine 218 mit versetzten Abgashutzen entstehen. Die Lok soll möglichst modern und vielseitig einsetzbar sein. Es sollen auch Doppelstockzüge und InterCitys im Wendezugbetrieb gefahren werden. Um ein entsprechendes Modell zu erhalten, muss zunächst eine Vorbildlok ausgewählt werden, die diese Anforderungen erfüllt. Das Modell soll ja hinterher so genau wie möglich dem Vorbild entsprechen. Ich habe mir die 218 454-7 für den Umbau ausgesucht. Die Vorbildlok hat den Neubaumotor MTU 16 V 4000 R 40 und damit versetzte Abgashutzen und ist auch mit zeitmultiplexer Wendezug- (ZWS) und Doppeltraktionssteuerung (ZDS), sowie mit frequenzmodulierter Zugsteuerung (FMZ) ausgerüstet, die beim Vorbild für den Wendezugbetrieb mit Doppelstock- und IC Wendezügen benötigt wird.

 

Für den Umbau verwende ich die Lok aus dem Fleischmann Regionalexpress- Startset 6367. Da diesem Modell einige Teile gegenüber des einzeln verkauften Serienmodells fehlen, werden die fehlenden Teile bei diesem Umbau auch gleich mit nachgerüstet. Ein Umbau mit der Serienlok 218 225-1 ist nicht möglich, da bei diesem Modell die Bauart des Dachkühlers und der Drehgestelle, nicht mit denen der 218 454-7 übereinstimmen. 

Folgende Teile werden für den Umbau benötigt:

Hersteller:

Bestellnummer:

Artikelbeschreibung:

Anzahl

Kreye*

Loknummer*

Loknummern Satz 218 454-7*

1

Fleischmann

14 4232

Fenster Satz

1

Fleischmann

12 4232

Führerstand mit Lokführer

1

Fleischmann

19 4236

Kleinteile Satz

1

Fleischmann

61 4968

Beleuchtungsfeder

2

Fleischmann

9531

Glühlampe rot

2

Roco

107433

UIC Steckdose

4

ESU

52433

LokSound Decoder BR 218 **

1

Conrad Electronic

740438

Buchsenleiste

1

Conrad Electronic

527629

Hartpapier Platine

1

Conrad Electronic

605887

Decoderlitze LiFy 0,05 mm² grau

1

Conrad Electronic

605807

Decoderlitze LiFy 0,05 mm² weiß

1

Conrad Electronic

605873

Decoderlitze LiFy 0,05 mm² orange

1

Conrad Electronic

605820

Decoderlitze LiFy 0,05 mm² gelb

1

Conrad Electronic

605860

Decoderlitze LiFy 0,05 mm² blau

1

Conrad Electronic

605834

Decoderlitze LiFy 0,05 mm² rot

1

Conrad Electronic

605900

Decoderlitze LiFy 0,05 mm² schwarz

1

* bei der Bestellung der Loknummern  sollte angegeben werden, dass die Nummern für die Stirnseiten der Lok etwas kleiner hergestellt werden sollen, damit sie unter die Haltestange passen. Man kann die Nummern auch gleich mit Hintergrund in verkehrsrot / bzw. basaltgrau bestellen, dann braucht man die vorhandene Tfz Nummer am Modell nicht zu entfernen.

 ** alternativ kann auch der ESU Lok Pilot 52600 verwendet werden

Zunächst wird die Lok zerlegt und alle vorhandenen Litzen abgelötet. Lediglich die kurze, rote Litze vom Radschleifer zur Platine des Motordrehgestells bleibt erhalten.

Nun wird aus einem Stück der Platine und aus den Buchsenleisten die 8polige Schnittstellenbuchse gebaut. Die Leiterbahnen müssen in der Mitte ( unter den beiden Buchsenreihen einmal unterbrochen werden (z.B. durch einen Schnitt mit einer Trennscheibe, die die Leiterbahnen unterbricht ). Dann werden die Pinne der Buchsenleiste entsprechend gekürzt, damit sie nicht aus der Rückseite der Platine herausragen.

 

Jetzt werden die Beleuchtungsfedern und die Glühlampen für die Schlussbeleuchtung eingebaut.  Zuerst werden die Beleuchtungsplatinen abgeschraubt. Die Beleuchtungsfedern werden in die Platinen gesteckt und an der Unterseite umgebogen. Mit einem Bohrer wird die Farbe am Rand der vorderen Bohrung, in die die rote Glühlampe für die Schlußbeleuchtung eingesetzt wird entfernt, um eine leitende Verbindung zum Lokrahmen zu erhalten. Nun können die Glühlampen eingesetzt werden und die Beleuchtungsplatinen werden wieder festgeschraubt.

 

Nun wird die Schnittstellenbuchse entsprechend der Abbildung angeschlossen. Auf dem Bild ist auch zu sehen, welche Litzen über oder unter dem Lokrahmen "verlegt" sind. Alle Litzen führen vom Schnittstellenstecker an die entsprechenden Platinenpunkte.

 

Hier ist nun die umgebaute Lok mit eingebautem ESU Sounddecoder zu sehen. Der Lautsprecher wurde auf eine Kunststoffplatte geklebt und stützt sich an der Lokstirnseite und in der Lokmitte auf den Lokrahmen ab. Die Schnittstelle ist unter den Decoder gerutscht. Alle Klebungen wurden mit Heißkleber durchgeführt, da Heißkleber sich bei Bedarf wieder rückstandfrei entfernen läßt. Als Funktionstest sollte zunächst auf dem Programiergleis versucht werden, die Lokadresse auszulesen. Wenn das Auslesen ohne Fehlermeldung gelingt, ist alles OK und man kann eine erste Probefahrt wagen. Bei einer Fehlermeldung sind sämtliche Lötstellen und Verbindungen nochmals zu überprüfen. Bei Motordrehgestellen älterer Produktion ist darauf zu achten, dass es keine leitende Verbindung vom Motorgehäuse zu den beiden Kohlenbürsten gibt. Dieser Verbindung würde den Decoder zerstören. Ggf. muß die Verbindung zwischen der Schraube ( die das Motorlagerschild hält ) zur Kohlebürste durchgeflext werden. Dabei darf nur die leitende Metallfläche durchtrennt werden, nicht die Platine. Auch der Draht, der oben vom Stator des Motors zur Motorplatine führt, muß entfernt werden.

alte Motorausführung

 

Da die Führerstandsfenster keine aufgedruckten Gummidichtungen bzw. keinen Aluminiumrahmen haben, ersetzte ich die Fenster durch die in der Stückliste angegebene Ausführung.

 

Jetzt werden die Löcher für die Griffstangen, für die UIC - Steckdosen und für die Abgashutzen gebohrt. Für die Griffstangen und UIC - Steckdosen verwende ich einen 0,7 mm Bohrer. Beim genauem Hinsehen erkennt man die Stellen, an denen die Löcher für die Griffstangen gebohrt werden müssen. 

Bei den Löchern für die UIC Steckdosen, wird die vorhandene, angespritzte Steckdose vorsichtig abgefeilt und an dieser  Stelle das Loch für die Roco - Steckdose gebohrt. Nun kann man parallel dazu den Platz für die zweite Steckdose ausmessen.

 

 

 

Entsprechend eines Vorbildfotos einer 218 mit MTU 4000 R 40 Motor, werden die Löcher für die Abgashutzen an die richtigen Positionen gebohrt

Es ist ratsam, zunächst mit einem kleinen Bohrer vorzubohren und wenn die Bohrungen an der exakten Position erfolgreich gebohrt sind, die Löcher entsprechend für die Hutzen aufzubohren.

 

Zum Schuss werden jetzt die Zurüstteile, Trittstufen, Haltestangen, Heiz- und Wendezugkabel und die UIC Steckdosen in die gebohrten Löcher gesteckt. Als letzter Schritt folgt dann das Anbringen der Schiebebilder und das Modell erhält seine neue Loknummer

Für diesen Arbeitsschritt war leider kein Bild von der 218 454-7 vorhanden. Da aber jedes Bild nur den gerade besprochenen Umbauschritt beschreibt, ist das nicht weiter wichtig.